Die Wilde 13 auf Kaperfahrt

31.07.2017
Die Kanufahrer*innen aus Rottendorf

Sie waren das Risiko eingegangen, bei Sturm und Regen aufs Wasser zu müssen, doch sie wurden mit Kaiserwetter beglückt. Morgens fand man sich zu christlicher Stunde gut gelaunt und erwartungsfroh am Rottendorfer Bahnhof ein, um umweltverträglich nach Hammelburg zu reisen. So nebenbei bot sich auf diese Weise auch viel eher die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mit dem Lokomotivführer ins Saaletal

Am Zielort war zunächst ein Kilometer Fußmarsch vom Bahnhof zu den Bleichwiesen zurückzulegen. Bei einigen löste die trockene Betätigung Murren aus, aber auch die waren schnell versöhnt, als man die Fränkische Saale erreichte. Dort warteten bereits die Kanus auf die Wassersportler. Außerdem gesellte sich das Turboteam zu ihnen, das mit eigenem Boot im Auto angereist war.

Auch wenn die Fränkische Saale schon etwas mehr Wasser führt als Reißbach oder Landleite, reicht sie doch nicht ganz an den gewohnten Main heran. Trotzdem legte der Bootsverleiher allen Schwimmwesten ans Herz, die man verlustsicher anschnallte. Wer beim Kentern auf einen Stein knallt und das Bewusstsein verliert, ist am Ende dankbar dafür. Zum Glück blieb das graue Theorie!

Der Paddelprofi erteilte noch weitere hilfreiche Ratschläge. Etwa einen banalen Trick, wie man so ins Kanu einsteigen kann, dass man nicht wie Donald Duck mit dem Kopf voran auf der anderen Seite des Boots übers Ziel hinaus in die Saale schießt. Mit seinen umweltschonenden Ratschlägen trug er allerdings Wasser in den Main – war ja ein grüner Ausflug!

Dann war der ersehnte Moment da und man legte ab. Gerade die Kinder hatten darauf ungeduldig gewartet. Das Turboteam hatte diese Geduld nicht aufgebracht und war bereits durchgestartet. Kaum hatte man es sich im Kanu bequem gemacht, da zwang das erste Wehr dazu zu landen, um die Boote umzutragen.

Flussabwärts mit Bravour

Die nächste Etappe war schon länger und dort wartete wie der Igel auf den Hasen das Turboteam auf die dreizehn Kanuten. Mittlerweile war es Mittag geworden. Nachdem man ohnehin an Land musste, um die Boote ums Wehr zu tragen, verweilte man gleich auf der einladenden Wiese und packte die mitgebrachten Picknick-Leckereien aus.

Frisch gestärkt und nun schon fast alte Hasen bestieg man mittels kenterfreiem Trick die schmalen Indianerboote und paddelte entspannt dem Ziel entgegen. Oder auch mal aufgeregt, weil sich ein kleines Abenteuer bot. In der Fränkischen Saale gibt es dann doch ein paar Stromschnellen. Manch eine Bootsmannschaft nahm die im Rückwärtsgang, andere in scharfer Seitenlage, doch niemand kippte um.

Eine Bootsbesatzung legte die Strecke besonders gründlich zurück. Die Anweisungen „links“ und „rechts“ erwiesen sich im Sprachgebrauch als unterschiedlich besetzt. Deswegen nutzte das Kanu in elegantem Zickzackkurs die gesamte Breite des Flusses aus. Dafür ist er ja so breit! Im übrigen hätte der Steuermann natürlich die auf hoher See gebräuchlichen Begriffe „backbord“ und „steuerbord“ verwenden müssen. Ist doch klar!

Angenehm erschöpft aus den Fluten an Land

Als die ersten Boote der Wilden 13, nämlich die mit den megastolzen Kindern, in Weickersgrüben eintrafen, stand dort das Turboteam und rief lautstark: „Wir sind schon da!“ Gerüchte gehen, dass es nur die Doubles waren. Nach und nach trudelten auch die restlichen Paddler ein und lieferten die Wasserfahrzeuge wieder beim wartenden Verleiher ab.

Sodann gönnte man sich ein erfrischendes Bad im Fluss. Gleich etwas anderes als ein Besuch im überfüllten Dalle! Nun war auch wieder Platz im Magen und man kehrte gemütlich in der „Roßmühle“ ein. Das schmackhafte und reichhaltige Angebot konnte jeden Gaumen befriedigen. Erfüllt von einem abwechslungsreichen Ausflug begab sich die Wilde 13 zum Weickersgrübener Bedarfshalt der Bahn, die sie einsammelte und wohlbehalten an den heimischen Bahnhof transportierte.

Im nächsten Jahr wieder? Unbedingt!