Veranstaltung in Höchberg: Bürgerwindkraft in unserer Region

21.06.2017
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, der Grüne Bundestagsdirektkandidat für den Wahlkreis Würzburg, Martin Heilig, Dr. Herbert Friedmann von der Bürger-Energie-Genossenschaft Altertheim, der Grüne Kreisrat Sven Winzenhörlein und Alfons Konrad vom Bürgerwindprojekt Gramschatz

Der Ortsverband von Bündnis 90 / Die Grünen Höchberg führte am 19.06.17 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Bürgerwindkraft in unserer Region“ im Burkardussaal des Gasthauses Lamm durch. Geladen waren der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, der Grüne Bundestagsdirektkandidat für den Wahlkreis Würzburg, Martin Heilig, Dr. Herbert Friedmann von der Bürger-Energie-Genossenschaft Altertheim und Alfons Konrad vom Bürgerwindprojekt Gramschatz. Die Veranstaltung wurde moderiert vom Ortsvorsitzenden der Grünen und Kreisrat Sven Winzenhörlein.

In seinem Eingangsstatement legte Ludwig Hartmann dar, dass seit Bestehen der 10-H-Grenze (zehnfacher Abstand der Höhe des Windrades zur nächsten Bebauung) die Baugenehmigungen von Windkraftanlagen in Bayern massiv eingebrochen sind. Dabei ist die Windkraft aktuell die günstigste Art Strom zu erzeugen, abgeschriebene dreckige Kohlemeiler einmal außen vor gelassen.

Der Bundestagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen und Höchberger Neubürger, Martin Heilig, sieht in der Windkraft vor allen Dingen eine Investition in die Gesundheit seiner vier Kinder. Der Ausstoß von Kohlendioxid habe sich in Deutschland in den letzten Jahren nicht mehr verringert. Deshalb müsse das Ausbremsen der erneuerbaren Energien ein Ende haben und Deutschland zukunftsfähig gemacht werden. Zudem können wir als reiches Land als Beispiel dienen, dass die Energiewende hin zu 100 % erneuerbaren Energien möglich ist.

Doch der Bau von Windkraftanlagen in unserer Region ist auch nach der Einführung der 10-H-Grenze noch möglich. Dies bestätigte Dr. Herbert Friedmann von der Bürger-Energie-Genossenschaft Altertheim. Durch die frühe Einbindung der Bürgerschaft und finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten, sowie Steuereinnahmen für die Gemeinde habe es dort keinerlei Widerstand gegen Windkraftanlagen gegeben. Die EEG-Vergütung für moderne Anlagen, die 2015 ans Netz gingen, beträgt ca. 9 ct pro kW/h. In der ersten Ausschreibungsrunde 2017 ist diese Vergütung auf ca. 5 ct/kW/h gesunken. Offshore-Strom wird ab 2025 sogar ohne EEG-Förderung auskommen. Damit ist Windstrom nicht nur konkurrenzfähig, sondern für die Verhinderung einer Klimakatastrophe unverzichtbar. Er stellte fest, dass die Finanzierung in Altertheim nie eine Schwierigkeit gewesen sei, es in Bayern aber immer wieder Probleme mit dem Genehmigungsverfahren gebe.

Alfons Konrad vom Bürgerwindprojekt Gramschatz musste schildern, dass das Zusammenwirken zwischen Politikern und Bürgern in Rimpar, Gramschatz und Hausen nicht optimal funktioniert habe und deshalb ein Bürgerbegehren gegen die Windkraftanlage laufe. Die Bürger würden Windräder vor allen Dingen dann akzeptieren, wenn sie für sich einen Vorteil hätten. Bei einem positiven Ausgang des Bürgerbegehrens hoffe er aber, dass die Verwirklichung der Windkraftanlage zügig vorangehen werde.

Zum Abschluss forderte Ludwig Hartmann eine Zusammenarbeit von örtlichen Politikern, den Versorgungsunternehmen und der Bevölkerung, um mehr Windenergie zu ermöglichen. Besonders müsse der örtlichen Bevölkerung deutlich gemacht werden, dass sie von Windstrom auch viele Vorteile – von Pachtzins für die Grundstücke bis zu verbilligtem Strom - haben könne. Auch werde konkurrenzfähiger Windstrom zu einem Standortvorteil bei der Industrieansiedlung.