Nach der Aktion Almendeäpfel (im Mittelalter durften alle die Allmende benutzen, beweiden, abernten, teilen) war es das Bestreben der Rottendorfer Grünen, den Saft an die Bürger zu geben, aus deren Besitz die Früchte ja gewissermaßen stammten. Das Keltern wurde netterweise durch eine private Spende finanziert. Doch natürlich konnte man nicht den Durst aller fünfeinhalbtausend Einwohner damit stillen, sowas funktioniert nur mit zwei Broten und fünf Fischen bei Hunger.
Stellvertretend sollten deswegen die Jüngsten in den Genuss des Apfelsaftes kommen, weshalb man den drei Kindergärten welchen spendete. Damit konnten die Kinder frühe Erfahrungen mit regionalen Produkten, noch dazu ungespritzten, sammeln. Bekanntlich werden im frühen Alter die Vorlieben für bestimmte Lebensmittel geprägt.
Natürlicher Krankheitsschutz
Apfelsaft ist nach dem Keltern naturtrüb, erst ein Filtervorgang lässt ihn klar werden. Doch der trübe, wegen der Oxidation rötlich-braune Saft ist dem klaren vorzuziehen, wie man aus Tierexperimenten weiß. Bei Versuchstieren reduzierte sich die Anfälligkeit für Tumorerkrankungen durch das Trinken von naturtrübem Apfelsaft drastisch. Ein Grund mehr, schon die Kleinsten damit zu beglücken.
Geschichte der Äpfel
Übrigens so ganz regional sind Apfelbäume ursprünglich nicht, denn erst die Römer brachten diese Kulturpflanze, wie auch andere, nach Mitteleuropa. Die frühen Klöster bemühten sich dann redlich und erfolgreich darum, die wärmeliebenden Gewächse durch gezielte Zucht zu den robusten Bäumen zu machen, die wir heute kennen. Die späte Blüte und die Frostunempfindlichkeit waren dabei wichtige Kriterien, aber auch Ertragreichtum, die Option auf Dörrobst und andere Formen der langfristigen Lagerung spielten eine Rolle.
Ökologie der Probierbäume
Die Probierbäume der Gemeinde Rottendorf stehen häufig am Wegesrand, aber man darf ihre Gruppierung wohl noch als Streuobstwiesen bezeichnen. Dabei handelt es sich um überaus wertvolle Lebensräume für zahllose Arten von Pflanzen, die unter den lichten Kronen optimale Bedingungen finden. Sie könnten sogar beweidet werden. Eine rücksichtsvolle Form der Landnutzung, diese extensive Landwirtschaft!
Die reichhaltige Flora bietet wiederum allerlei Getier ein günstiges Obdach. Da krabbeln und schwirren Insekten, die auch gleich für die Bestäubung der blühenden Bäume sorgen, neben Spinnentieren und dienen der Vogelwelt als Nahrungsgrundlage. Auch die zahlreichen Amphibien und Reptilien, die sich unter Apfel- und anderen Obstbäumen gern einstellen, tun sich an ihnen gütlich. Gern gesellen sich kleine Säugetiere dazu, etwa Igel oder Wiesel.
Diese Vielfalt bieten moderne Obstplantagen nicht, selbst wenn sie ohne Spritzmittel auskommen. Es zeigt sich also wieder einmal, dass der Nutzen für die Natur auch gleichzeitig ein großer Nutzen für den Menschen ist. Gesunder Apfelsaft aus einem gesunden Biotop. Das ist doch gewiss am besten beim Nachwuchs untergebracht, denen wir schließlich eine heile Erde hinterlassen wollen.



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