Spendenübergabe und Austausch mit dem Antonia-Werr-Zentrum

Auf dem Foto sind Mia Morell, Tanja Joa, Jessica Hecht und Anja Sauerer

Beim Besuch aus dem Antonia-Werr-Zentrum im Grünen Büro wurde schnell deutlich, wie viel gesellschaftlich wichtige Arbeit dort jeden Tag geleistet wird. In der Einrichtung in St. Ludwig und in ihren Außenstellen leben und lernen junge Mädchen und Frauen, die häufig schwere Erfahrungen hinter sich haben und intensive Begleitung brauchen. Die Einrichtung betreut Mädchen und junge Frauen aus ganz Deutschland im Alter von 11 bis 21 Jahren. Viele kommen in Situationen dorthin, in denen andere Hilfesysteme bereits an ihre Grenzen gestoßen sind. Umso wichtiger ist ein Ort, der Schutz bietet, Stabilität schafft und langfristige Perspektiven eröffnet.

Das pädagogische Konzept ist stark traumatherapeutisch geprägt. Die jungen Frauen werden dabei nicht auf ihre Probleme reduziert, sondern als Expertinnen ihrer eigenen Situation ernst genommen. Es geht darum, Vertrauen zurückzugewinnen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Besonders wichtig ist dabei auch die Ausbildung innerhalb der Einrichtung. Hauswirtschaft und Gärtnerei sind nicht nur berufliche Angebote, sondern oft entscheidende Schritte zurück in einen geregelten Alltag. Gerade praktische Arbeit gibt vielen jungen Menschen Halt. Umso schwieriger ist die aktuelle finanzielle Situation. Die Einrichtung steht wirtschaftlich unter Druck, Ausbildungsbereiche müssen reduziert werden. Die Gärtnerei wird nach aktuellem Stand im Sommer 2027 schließen.

Mit besonderer Sorge wurde über das Café Luise gesprochen. Das Café war in den vergangenen Jahren ein zentraler Ort für berufliche Qualifizierung und Integration. Dort konnten junge Frauen Arbeitsabläufe lernen, Verantwortung übernehmen und erste Schritte in Richtung eigener beruflicher Zukunft gehen. Von dort aus gelang mehrfach der Einstieg in reguläre Beschäftigung, unter anderem ins Congress Centrum Würzburg oder ins Juliusspital. Genau deshalb ist klar: Das Café Luise darf nicht verloren gehen. Aktuell wird versucht, über Crowdfunding und die Suche nach Investorinnen und Investoren eine Zukunft für das Café zu sichern. Geplant ist eine Verpachtung, damit der Standort erhalten bleibt und weiterhin Ausbildungsplätze angeboten werden können.

Das Café Luise ist mehr als ein Café. Es ist ein Ort, an dem Integration praktisch gelingt – und genau solche Orte braucht es.

Fotos: Pauline Grammer