KV Würzburg - Land

Bürgerinitiative sucht über „1.000 Retter*innen“ für Biotop am Kirschberg

Am 8. November entscheiden die Gerbrunner Bürgerinnen und Bürger über den Bürgerentscheid zur Rettung des Biotops am Kirschberg (Bürgerentscheid 2) und über das Ratsbegehren (Bürgerentscheid 1), das ein Industriegebiet auf der 1,2 ha großen Biotopfläche durchsetzen möchte. Auf dem 12.000 m2 großen Hanggrundstücks nördlich der Kitzinger Straße leben gefährdete und streng geschützte Tierarten, wie Zauneidechsen, Fledermäuse oder Schlingnatter. „Dieses  naturschutzfachlich hochwertige Biotop ist nach Art. 16 des Bayerischen Naturschutzgesetzes geschützt.  Jetzt soll es Lagerflächen für Bauschutt, Erdaushub, Steine etc. und einer Bauschuttrecyclinganlage weichen. Das wollen wir zusammen mit vielen Gerbrunner Bürger*innen verhindern“, so Beatrix Radke, Sprecherin der Bürgerinitiative. Tiere sollen umgesiedelt, der Hang im hinteren Teil ohne Rücksicht auf die vorhandene Topografie massiv abgegraben und zur Kitzinger Straße um bis zu fünf Meter aufgeschüttet werden. Radke: „Die hohen offenen Hallen mit Aushubmaterial und Bauschutt würden dann bis über 13 Meter in die Landschaft ragen, mitten in einer wichtigen Frischluftschneise für Gerbrunn.“

So werde der wichtige Grünverbund zwischen Haslachtal und Lehnleite dauerhaft durchschnitten und der gesetzlich geforderte Ausbau des Biotopverbunds unmöglich gemacht, so Brigitte List-Gessler, Mitinitiatorin, und dies, obwohl das neue bayerische Naturschutzgesetz als Ergebnis des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ die Ausweitung solcher Biotopverbunde ausdrücklich vorschreibt. Auch Steffen Jodl vom Bund Naturschutz ist entsetzt: „Es ist mir ein Rätsel, wie Bayern bis 2030 einen Biotopverbund schaffen will, der mindestens 15 Prozent der Offenlandfläche umfasst, wenn man gleichzeitig wie hier in Gerbrunn bereit ist, bestehende Biotopflächen zu opfern.“ Es ist längst bekannt, dass das System der Ausgleichsflächen und -maßnahmen das Artensterben nicht aufhalten kann. Im Gegenteil, die Ergebnisse der letzten Vogelzählung des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) und der eben veröffentlichten Studie der Europäischen Umweltagentur über den Zustand der Natur zeigen die Erfolglosigkeit vieler solcher Maßnahmen auf.

In der Diskussion um das Bürgerbegehren sehen die Initiator*innen, Beatrix Radke, Brigitte List-Gessler, Riad Bauch, Eva Kress, Gerhard Müller und Dr. Klaus Hemprich, eine große Chance, ein grundsätzliches Umdenken in der Gemeinde Gerbrunn zu bewirken: „Heute ist uns allen bewusst, dass wir mit größter Dringlichkeit den Klimawandel stoppen, die Natur schützen und unsere Artenvielfalt erhalten müssen. Denn eine gesunde Umwelt und Natur sind unsere Lebensgrundlagen.“ Hierzu sucht die Bürgerinitiative (BI) über „1.000 Retter*innen“ für das Biotop am Kirschberg, weist auf die Briefwahl hin und darauf, dass im Zweifel die Stichfrage entscheidet. 

 

 

Für das Bürgerbegehren und für die Bürgerinitiative

Brigitte List-Gessler, Beatrix Radke, Riad Bauch

 


Newsletter abonnieren

captcha 
Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.