KV Würzburg - Land

Der Gemeinderat in Kürnach hat jetzt beschlossen 40 neue Bauplätze im Schleifweg III im beschleunigten Verfahren zu erschliessen. In den vergangenen Sitzungen hatte ich schon argumentiert, dass dies für mich nicht der richtige Weg ist. Und zwar aus folgenden Gründen:
Ich freue mich darüber, dass Menschen nach Kürnach ziehen wollen und in Kürnach leben wollen. Im Gemeinderat haben wir viel beschlossen, was die innerörtliche Entwicklung voranbringt. Ich bin z.B. ein klarer Befürworter der neuen Wohnungen, die in der Semmelstrasse entstehen, auch wenn es den Ort natürlich verdichtet. Aber direkt an der Bushaltestelle zu wohnen, in fußläufiger Entfernung zu allen möglichen Kürnacher Einrichtungen, ist einfach ein Top-Angebot, das wir in unserer Gemeinde glücklicherweise machen können. Denen, die sich innerhalb von Kürnach wohnmässig verändern wollen, und denen, die zu uns ziehen wollen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass im Zuge dieser zusätzlichen Wohnbebauung auch wieder Häuser frei werden, weil Kürnacher vom Haus in eine Wohnung ziehen könnten, und ihr Eigentum verkaufen wollen, weil die Preise, die jetzt erzielt werden können, einfach enorm hoch sind. Ich sehe auch keinen Stillstand beim innerörtlichen Bauen, immer wieder wechselt ein Bauplatz den Besitzer. Dass es insgesamt mehr Menschen gibt, die in Kürnach ein Haus auf der grünen Wiese bauen wollen als derzeit Angebote da sind, heisst noch lange nicht, dass wir im kommunalen Wettbewerb - wer weist am schnellsten neue Bauflächen aus - mitmachen müssen. Es hätte uns gut getan, noch zwei oder drei Jahre abzuwarten, der derzeitige Bauboom überall kann sich ganz schnell abflachen: wenn die Zinsen steigen, werden mehr bereits vorhandene Bauplätze im Ort verkauft werden. Es geht ja schon jetzt - tröpfchenweise - mit der Schliessung von Baulücken, bei steigenden Zinsen wird es schneller gehen. Und die jetzige Ausweisung von neuen Bauplätzen verringert natürlich den Druck, die innerörtliche Entwicklung voranzutreiben. Und sie wird ja nicht die letzte Ausweisung von neuen Bauplätzen sein, sobald die ersten dreissig Grundstücke verkauft sind, wird der Wunsch nach mehr kommen und der Gemeinderat wird das nächste Baugebiet ausweisen.
Die Bauplätze werden im beschleunigten Verfahren ausgewiesen, das heisst, ohne Durchführung einer Umweltprüfung. Auch das geht mir erheblich gegen den Strich.
Vielleicht noch eines zum Schluss: Es wird immer wieder davon gesprochen, dass ja Kürnacher hier bleiben wollen und wir bevorzugt an Kürnacher verkaufen sollen. Nein, das geht gar nicht, finde ich. Erstens: Wer will denn definieren, ab wann man Kürnacher ist? Und warum soll z.B. deren Oma und Opa jetzt hier im Seniorenheim sind, das Nachsehen haben? Oder die neue junge Lehrerin für unsere Schule, die ganz woanders herkommt?  Also wenn Bauplätze verkauft werden, dann nur unabhängig davon, woher dejenige kommt, der ihn haben will.

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