KV Würzburg - Land

Die Einen sahen Cannabis als Einstiegsdroge und wollten auf keinen Fall eine Legalisierung und Freigabe von Cannabis-Konsum; sie glaubten nicht dass ein Cannabis-Kontrollsystem funktionieren könne; die Angst vor strafrechtlicher Verfolgung solle bleiben und abschrecken.
Die Anderen sahen die Kriminalisierung der Cannabis-Konsumenten als das eigentliche Problem und setzten auf Aufklärung und Suchtprävention für effektiven Jugendschutz; sie glaubten dass eine kontrollierte Abgabe von ungepanschtem Cannabis an Erwachsene die Verbraucher vor den Gefahren des Schwarzmarkts schützen könne; Aufklärung führe eher zu Konsumverzicht als Angst vor Strafe.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Alkohol und Tabak als weit gefährlichere Drogen ein als Cannabis die Zahl der durch Alkohol und Nikotin verursachten Todesfälle geht jedes Jahr in die Millionen.
Trotzdem so Celina sei der Konsum von Alkohol und Tabak für Erwachsene nicht strafbar. Wer das Risiko eingehen wolle seinen Körper durch übermäßigen Konsum von Alkohol oder Nikotin zu schädigen dürfe das tun denn der Staat so Celina beschränke sich hier darauf über gesundheitliche Risiken aufzuklären Forschungen durchzuführen und klare Regeln für die Produktion und Abgabe von Nikotin und Alkohol aufzustellen.
„Die harte strafrechtliche Verfolgung von Cannabis-Konsum widerspricht diesem System und treibt die Cannabis-Konsumenten in die Abhängigkeit von Dealern“ meinte Celina und berief sich auf Publikationen namhafter Juristen wie den Richter Andreas Müller und die Mitglieder des „Schildower Kreises“ deren Sprecher der Bremer Professor für Strafrecht und Kriminologie Dipl.-Psych. Lorenz Böllinger legale Alternativen zur repressiven Drogenpolitik fordert.
Verbieten bedeute auf Jugendschutz und Verbraucherschutz zu verzichten ohne den Konsum einschränken zu können so Celina weiter wie die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt haben. „Denn die Dealer verkaufen alles gestrecktes Zeug mit unklarem Wirkungsgehalt an Kunden in jedem Alter mit dem Ziel mittelfristig teurere harte Drogen mit einem hohen Suchtpotenzial an den Mann bzw. die Frau bringen zu können.“

Von den jungen Teilnehmern selbst kam der Vorschlag zu überlegen im vorgestellten „Cannabis-Kontrollgesetz“ das Mindestalter für Cannabis-Abgabe in Fachgeschäften von 18 auf 21 Jahre hochzusetzen wie es im amerikanischen Bundesstaat Colorado geregelt sei. „Die Grenze hängt jedoch auch mit dem Erreichen der Volljährigkeit zusammen“ gab Celina zu bedenken.

Celina erläuterte dass auch das Bundesverfassungsgericht schon 1994 in seinem berühmten „Haschisch-Urteil“ das Gefährdungspotenzial von Cannabis abgewogen habe. Als Konsequenz forderte das Gericht im Rahmen des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes solle beim Eigenverbrauch von Cannabis mehr als bisher von Strafe abgesehen werden.

In einigen Bundesländern wird die Entkriminalisierung von Cannabis-Konsum bereits umgesetzt man streitet sich nun hauptsächlich um die Definition der „geringen Menge für den Eigenbedarf“.
Nicht so in Bayern wo nicht nur der Handel sondern auch der einfache Konsum von Cannabis immer noch strafbar ist und ins Gefängnis führen kann. Treffend fasste Christoph Trautner Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag zusammen: „Der schlechteste Weg ist der Bayerische Weg“.

“Regulieren statt Kriminalisieren“ das ist der Gedanke hinter dem Grünen  Cannabis-Kontrollgesetz. Den Gesetzentwurf dazu haben die Grünen im März 2015 im Bundestag vorgestellt. Ziel des Gesetzes ist es Jugendschutz und Verbraucherschutz und Produktkontrolle wie bei Alkohol und Nikotin auch zu ermöglichen und gleichzeitig diejenigen die tatsächlich suchtgefährdet sind zu identifizieren und zu behandeln. „Wir dürfen dem Dealer auf dem Schwarzmarkt nicht länger die Möglichkeit geben die Regeln zu bestimmen. Der Verkauf von Cannabis muss herausgeholt werden aus der Illegalität denn nur so können wir die staatliche Aufgabe den Bürger zu schützen auch hier umsetzen“ betonte Celina abschliessend.

Kerstin Celina diskutierte das Grüne „Cannabis-Kontrollgesetz“

Gewagt war das Ansinnen der Grünen ein Tabuthema in die fränkische Kleinstadt zu bringen. „Ob sich wohl einige Leute trauen öffentlich über Cannabis zu sprechen?“ fragte sich Britta Huber. Tatsächlich durfte die Grüne Stadträtin dann ein sehr gemischtes Publikum im Main Ärztehaus begrüßen: Befürworter und Gegner Fachleute und interessierte Laien auch etliche junge Menschen waren gekommen um mit der Landtagsabgeordneten Kerstin Celina über das Grüne „Cannabis-Kontrollgesetz“ zu diskutieren. Die sozialpolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Bayern freute sich über eine kontroverse Diskussion die sehr offen geführt wurde:

 


Ochsenfurt Gemeinderats-Mitglieder 2020

Jan Kohlhepp
Dr. rer.nat. Iris Eisenma...
Britta Huber

Termine Ochsenfurt

Newsletter abonnieren

Ich akzeptiere die Nutzungsbedingungen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.