KV Würzburg - Land

Leserbrief der Ortsvorsitzenden der Ochsenfurter Grünen Iris Eisenmann-Tappe zum Thema Neubaugebiete in Ochsenfurt

Junge Familien möchten Wohnraum- und ein lebenswertes natürliches Umfeld für sich und ihre Kinder. Diesen möchten sie auch in Zukunft Naturerlebnisse vermitteln können: das bedeutet allerdings etwas anderes als Monokulturen von Mais, Raps und Rüben. Aber gesunde Natur braucht ihren Platz zum Überleben. Der Mainpost-Artikel spricht vom Konflikt zwischen dem Wunsch nach Bauland und dem nach Vermeidung von Flächenfraß (in dem Bayern mit 13 Hektar Landverbrauch täglich (!) Deutscher Meister ist). Ochsenfurts Bürgermeister scheint eher dazu beitragen zu wollen, diesen Schnitt zu halten, als einen „Mittelweg“ zu finden. Dabei übersteigen in Ochsenfurt Baulücken und Leerstände den tatsächlichen Wohnbaulandbedarf, wie eine Studie der kommunalen Allianz „Fränkischer Süden“ ermittelt hat (Mainpost 17.März 2017).

Neubaugebiete führen zur Verödung der Ortskerne. Wenn behauptet wird, der Bürgermeister treibe die Innenentwicklung voran, kann jedenfalls das geplante Baugebiet Lehmgrube in Goßmannsdorf nicht dazugehören. Hierdurch würde ein Keil in bisher unberührte Natur hineingetrieben und für nur 10 Häuser ein empfindliches Ökosystem beschädigt. Dass eine „ökologisch besonders sensible Fläche am Waldrand“ aus dem Flächennutzugsplan herausgenommen worden sei, ist ein sehr dünnes politisches Feigenblatt angesichts der Tatsache, dass dafür mit der Hangkante eine noch größere Magerwiesenfläche und eine geschützte Trockenmauer dem Baugebiet zum Opfer fallen soll. Der Bürgermeister erwartet „ein gewisses Maß an politischer Diskussion“- eine Bereitschaft, auf sachliche Argumente für Naturschutz einzugehen, signalisiert er hiermit nicht. Sehen wir hier grundsätzliches Desinteresse am Ausmaß des permanenten Raubs an Naturflächen? Desinteresse an ernsthaften Maßnahmen gegen Boden- und Immobilienspekulation? Hängt damit zusammen, dass ein im Stadtrat im Dezember gestellter Antrag auf Veröffentlichung und Pflege eines Ausgleichsflächenkatasters seit zwei Monaten ignoriert wird? Anhand eines solchen Katasters könnte man diskutieren, ob sich die Stadt Ochsenfurt im Sinne des Naturschutzgesetzes eine weitere Außenentwicklung leisten darf- und will.


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