KV Würzburg - Land

Es ist ruhig in der Moschee nur vereinzelt betreten Männer und Frauen das Gebäude um sich ins Gebet zu versenken. So wie auch im Dom außerhalb der Gottesdienste nur einzelne Gläubige sich still der Zwiesprache mit Gott hingeben. Überhaupt sind die christlich erzogenen Besucher häufig verblüfft über die Ähnlichkeiten.

Vor dem Gebet vollziehen Muslime rituelle Waschungen um sich vom Alltag und von allem Schmutz zu befreien und ziehen ihre Schuhe aus. Ob nun Kreuzzeichen mit Weihwasser die evangelische stille Einkehr oder das Abnehmen der Kopfbedeckung auch Christen kennen die äußeren Symbole des inneren Bereitwerdens. Und auch Christen kennen zumindest aus den Klöstern über den Tag verteilte Gebete nach einem festen Schema.

Ähnlich wie im Sonntagsgottesdienst hält auch beim Freitagsgebet der Geistliche eine Predigt ebenfalls von einer Kanzel herab. Übrigens lassen sich die Predigtthemen für die DITIB-Moschee auf deren Homepage nachlesen da ist man bewusst offen. Schließlich entstand der Verein in den 80-er Jahren aus den wachsenden Reihen damaliger Gastarbeiter mit dem Wunsch ihre Religion angemessen zu leben nachdem man jahrelang auf Kirchen und Keller zurückgegriffen hatte. Ganz normale Leute also.

Neben der Erläuterung der Riten gibt Herr Yildirim einen kurzen Überblick über die Entstehung des Islams. Staunend erfahren die Gäste dass die Kaaba einst von Abraham erbaut wurde. Die Geschichte dazu findet sich in der Bibel. Der Religionsunterricht liegt halt lange zurück... Auch für Muslime gelten das Alte Testament und die Evangelien bloß haben die Offenbarungen des Propheten Mohammed nach ihrem Verständnis das Ganze noch gekrönt.

Aber dann wird es doch noch so richtig fremdartig denn der mittlerweile eingetroffene Imam ruft zum Gebet. Die arabischen Worte und die ungewohnten Vierteltonintervalle der Melodie wirken wie aus einem Märchen. Danach betet er vor was meist stumm geschieht ein inneres Gebet das sich äußerlich in den Verbeugungen und dem Niederwerfen manifestiert. Die Blicke der Besucher schweifen derweil über die kunstvollen Kalligraphien die sich im Gebetsraum befinden.

Wenn man das Gebet verfolgt wird nachvollziehbar weshalb die Frauen entweder hinter den Männern oder in einem Nebenraum beten – ihr Anblick würde vielleicht doch den einen oder anderen Mann in seiner Spiritualität ablenken. Aus diesem Grund dürfen Frauen auch keine Vorbeter sein obgleich sie sonst alle Ämter innehaben dürfen wie uns der Seelsorger wortreich versichert.

Abschließend erleben die Besucher noch Gastfreundschaft bei türkischem Tee und selbstgemachtem Gebäck. Dabei werden noch weitergehende Fragen geklärt die Herr Yildirim und der Imam geduldig und verständlich beantworten. Natürlich schweift das Gespräch zu den brennenden Fragen der Zeit zum Flüchtlingsstrom und zu den Pariser Anschlägen. Und genau hier finden sich wieder die Gemeinsamkeiten passend zum Motto „NousSommesUnis“.        Von Anke Schneider

Ein interessierter Trupp fand auf Einladung der Ortsgruppe Rottendorf von Bündnis90/DieGrünen am Samstag den 14.11.2015 den Weg in die DITIB-Moschee um sich von Herrn Yildirim fundierte Informationen zum Islam geben zu lassen. DITIB – ein eingetragener Verein dessen Satzung auf dem bürgerlichen Recht Deutschlands fußt. Eigentlich sollte es überflüssig sein das zu betonen aber vor dem Hintergrund aktueller politischer Ereignisse wird es dann doch der Erwähnung wert.


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