KV Würzburg - Land

Am 19.09.2015 fand in Roßbrunn ein Aktionstag von Bündnis 90/Die Grünen Waldbüttelbrunn gegen
die in Roßbrunn geplante Fischzuchtanlage statt. Zusammen mit Sigi Hagl Landesvorsitzende der Grünen in Bayern konnten wir ein starkes Signal für Umwelt- und Tierschutz sowie gegen die Belastung der Bürger*innen in Roßbrunn setzen.

Schätzungsweise 50 Bürger*innen vorwiegend aus Roßbrunn und Uettingen besuchten den Aktionstag. Sigi Hagl überzeugte sich zunächst vor Ort vom Ausmaß der zwischen B8 und Aalbach direkt am Ortsrand von Roßbrunn geplanten Anlage. Dabei handelt es sich aus unserer Sicht um eine industrielle Massentierhaltung. Die Massenhaltung von Tieren zieht vielfältige Probleme nach sich.  Zu nennen ist dabei z.B. die Nähe des angestrebten Standorts zur Wohnbebauung. Gemeinderat Sebastian Hansen machte in seinem Redebeitrag unmissverständlich klar dass der Standort für den Bau einer solchen Anlage völlig ungeeignet ist da dies mit extremen Belastungen durch Lärm und Gestank für die Bürger*innen in den umliegenden Häusern verbunden ist. Eine Anlage in diesem
Ausmaß wäre – ungeachtet der weiteren Probleme der Massentierhaltung – höchstens in einem Gewerbegebiet denkbar.

Ein anderes Problem ist das Leid der Tiere die – wie in Roßbrunn mit den geplanten Beton-Becken – in einer völlig unnatürlichen Umgebung gehalten werden. Sigi Hagl führte in ihrer Rede aus dass bis zu 240 ausgewachsene Forellen bzw. Saiblinge in einem Kubikmeter Wasser leben müssten. Mit ihrem eigentlichen Lebensrauem nämlich Bächen und Flüssen hätte dies gar nichts zu tun. Durch das Einpferchen in engen Becken kommt es außerdem immer wieder dazu dass die Fische sich gegenseitig Verletzungen zufügen beispielsweise durch Abbeißen der Flossen. Diese Haltungsweise ist für uns deswegen völlig inakzeptabel.

Zudem   kommt   es   durch   industrielle   Massentierhaltung   immer   wieder   zu   z.T.   massiven Umweltbelastungen. Auch in Roßbrunn soll das verbrauchte Wasser immerhin 25 Liter pro Sekunde nach dem Durchlaufen von zwei Klärteichen direkt in den Aalbach abgeleitet werden. Wir befürchten eine massive Schädigung des Ökosystems Aalbach vor allem durch den starken Nitrateintrag. Ein weiteres Merkmal von Massentierhaltungen ist der enorme Ressourcenverbrauch. Für die Erzeugung von einem Kilo Forelle die mit Futter aus Seefischen gefüttert wird muss bis zu die zehnfache Menge an Seefisch aufgewendet werden. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Weiterhin   will   der   Betreiber   der   Anlage   in   Roßbrunn   einen   öffentlichen   noch   dazu   als Notwasserversorgung genutzten Brunnen für die Versorgung der Fische mit Frischwasser benutzen. Für Sigi Hagl ist es abgesehen davon dass die Quelle die vom Betreiber angestrebten Wassermengen laut den Messungen der BI „Rettet das Aalbachtal“ nicht hergibt völlig unverständlich dass eine der Allgemeinheit gehörende Quelle zur Maximierung des Profits eines einzelnen zur Verfügung gestellt werden soll zumal damit unabsehbare Risiken für   die weitere Nutzung des Brunnens als Notwasserversorgung durch die baulichen Veränderungen und die Benutzung durch die Fischzucht verbunden sind. Gerade im trockenen Unterfranken sei es unerlässlich mit den Wasservorräten sorgsam   umzugehen. Im Übrigen kann der Betreiber der Anlage laut Stellungnahme des
Innenministeriums die Privilegierung für sein Projekt verlieren wenn sich herausstellen sollte dass die Quelle zu wenig Wasser zur Verfügung stellt.

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen Waldbüttelbrunn hat deswegen den Antrag gestellt der Firma Müller die Nutzung des Brunnens zu untersagen. Sowohl das Staatsministerium des Inneren als auch das Landratsamt und die
Gemeindeverwaltung haben bestätigt dass das Verbot mit den von ihnen am 07.09.15 vorgelegten Beschlussvorschlägen rechtlich absolut in Ordnung ist. Sebastian Hansen forderte deswegen im Namen der Fraktion den ersten Bürgermeister und alle Mitglieder des Gemeinderats dringend dazu auf dem Antrag zuzustimmen und so Schaden vom Brunnen abzuwenden.

Mit Kaffee und Kuchen deren Abgabe gegen Spende freundlicherweise von der BI „Rettet das Aalbachtal“ organisiert wurde sowie weiteren Redebeiträgen und Nachfragen von verschiedenen Bürger*innen ging der Nachmittag zu Ende. Abschließend dankte MdL Kerstin Celina den Roßbrunner Bürger*innen für ihr Engagement   und Karen Heußner stellvertretende Landrätin und Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Kreistag wandte sich mit   einem Schlusswort an die Besucher*innen.


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