KV Würzburg - Land

Am 19.09.2015 fand in Roßbrunn ein Aktionstag von Bündnis 90/Die Grünen Waldbüttelbrunn gegen
die in Roßbrunn geplante Fischzuchtanlage statt. Zusammen mit Sigi Hagl Landesvorsitzende der Grünen in Bayern konnten wir ein starkes Signal für Umwelt- und Tierschutz sowie gegen die Belastung der Bürger*innen in Roßbrunn setzen.

Schätzungsweise 50 Bürger*innen vorwiegend aus Roßbrunn und Uettingen besuchten den Aktionstag. Sigi Hagl überzeugte sich zunächst vor Ort vom Ausmaß der zwischen B8 und Aalbach direkt am Ortsrand von Roßbrunn geplanten Anlage. Dabei handelt es sich aus unserer Sicht um eine industrielle Massentierhaltung. Die Massenhaltung von Tieren zieht vielfältige Probleme nach sich.  Zu nennen ist dabei z.B. die Nähe des angestrebten Standorts zur Wohnbebauung. Gemeinderat Sebastian Hansen machte in seinem Redebeitrag unmissverständlich klar dass der Standort für den Bau einer solchen Anlage völlig ungeeignet ist da dies mit extremen Belastungen durch Lärm und Gestank für die Bürger*innen in den umliegenden Häusern verbunden ist. Eine Anlage in diesem
Ausmaß wäre – ungeachtet der weiteren Probleme der Massentierhaltung – höchstens in einem Gewerbegebiet denkbar.

Ein anderes Problem ist das Leid der Tiere die – wie in Roßbrunn mit den geplanten Beton-Becken – in einer völlig unnatürlichen Umgebung gehalten werden. Sigi Hagl führte in ihrer Rede aus dass bis zu 240 ausgewachsene Forellen bzw. Saiblinge in einem Kubikmeter Wasser leben müssten. Mit ihrem eigentlichen Lebensrauem nämlich Bächen und Flüssen hätte dies gar nichts zu tun. Durch das Einpferchen in engen Becken kommt es außerdem immer wieder dazu dass die Fische sich gegenseitig Verletzungen zufügen beispielsweise durch Abbeißen der Flossen. Diese Haltungsweise ist für uns deswegen völlig inakzeptabel.

Zudem   kommt   es   durch   industrielle   Massentierhaltung   immer   wieder   zu   z.T.   massiven Umweltbelastungen. Auch in Roßbrunn soll das verbrauchte Wasser immerhin 25 Liter pro Sekunde nach dem Durchlaufen von zwei Klärteichen direkt in den Aalbach abgeleitet werden. Wir befürchten eine massive Schädigung des Ökosystems Aalbach vor allem durch den starken Nitrateintrag. Ein weiteres Merkmal von Massentierhaltungen ist der enorme Ressourcenverbrauch. Für die Erzeugung von einem Kilo Forelle die mit Futter aus Seefischen gefüttert wird muss bis zu die zehnfache Menge an Seefisch aufgewendet werden. Nachhaltigkeit sieht anders aus.

Weiterhin   will   der   Betreiber   der   Anlage   in   Roßbrunn   einen   öffentlichen   noch   dazu   als Notwasserversorgung genutzten Brunnen für die Versorgung der Fische mit Frischwasser benutzen. Für Sigi Hagl ist es abgesehen davon dass die Quelle die vom Betreiber angestrebten Wassermengen laut den Messungen der BI „Rettet das Aalbachtal“ nicht hergibt völlig unverständlich dass eine der Allgemeinheit gehörende Quelle zur Maximierung des Profits eines einzelnen zur Verfügung gestellt werden soll zumal damit unabsehbare Risiken für   die weitere Nutzung des Brunnens als Notwasserversorgung durch die baulichen Veränderungen und die Benutzung durch die Fischzucht verbunden sind. Gerade im trockenen Unterfranken sei es unerlässlich mit den Wasservorräten sorgsam   umzugehen. Im Übrigen kann der Betreiber der Anlage laut Stellungnahme des
Innenministeriums die Privilegierung für sein Projekt verlieren wenn sich herausstellen sollte dass die Quelle zu wenig Wasser zur Verfügung stellt.

Die Gemeinderatsfraktion der Grünen Waldbüttelbrunn hat deswegen den Antrag gestellt der Firma Müller die Nutzung des Brunnens zu untersagen. Sowohl das Staatsministerium des Inneren als auch das Landratsamt und die
Gemeindeverwaltung haben bestätigt dass das Verbot mit den von ihnen am 07.09.15 vorgelegten Beschlussvorschlägen rechtlich absolut in Ordnung ist. Sebastian Hansen forderte deswegen im Namen der Fraktion den ersten Bürgermeister und alle Mitglieder des Gemeinderats dringend dazu auf dem Antrag zuzustimmen und so Schaden vom Brunnen abzuwenden.

Mit Kaffee und Kuchen deren Abgabe gegen Spende freundlicherweise von der BI „Rettet das Aalbachtal“ organisiert wurde sowie weiteren Redebeiträgen und Nachfragen von verschiedenen Bürger*innen ging der Nachmittag zu Ende. Abschließend dankte MdL Kerstin Celina den Roßbrunner Bürger*innen für ihr Engagement   und Karen Heußner stellvertretende Landrätin und Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Kreistag wandte sich mit   einem Schlusswort an die Besucher*innen.

ferienprogramm-von-buendnis-90/die-gruenen-waldbuettelbrunn-ein-tag-am-aalbach

Zehn wissbegierige Kinder trafen sich um 14:30 Uhr an der Kirche in Rossbrunn um mit uns einen spannenden Tag am Aalbach zu verbringen.

Zuerst erklärte Sebastian Hansen an welchen Lebewesen im Wasser man die Wasserqualität bestimmen kann.

Unsere erste Station war der Aalbach unter der Brücke. Bei der Hitze tat es richtig gut im Wasser zu waten um nach Lebewesen zu suchen. Mit Keschern und Lupengläsern ausgestattet machten wir uns ans Werk. Es wurden Blutegel Köcherfliegenlarven Krebse und sogar der Schädel einer Maus auf dem kühlen Nass gefischt. Nach genauerer Untersuchung stellten die Kinder fest dass die gefundenen Lebewesen auf eine mäßig bis gute Wasserqualität hinweisen.

Dann zogen wir weiter zur Quelle. Das Wasser war eiskalt was die Kinder aber nicht davon abhielt auch hier fleißig nach Lebewesen zu suchen. Wir fanden Stichlinge und Malermuscheln was auf eine sehr gute Wasserqualität hinweist.

Nach 2 Stunden in der Sonne sehnten wir uns nach einem schattigen Plätzchen. Dies fanden wir am Aalbach. Erst mal was trinken und mit Äpfeln stärken dann ging es

auch schon wieder weiter. Mit interessanten Versuchen aus der Wasserschatz- Kiste die uns freundlicherweise von der Regierung von Unterfranken zur Verfügung gestellt wurde konnten die Kinder tolle Experimente machen.

Beeindruckend ist der hohe Wasserstand des Aalbachs der von dem Bewohner Bieber mit seinen Dämmen den Aalbach vor dem Versiegen und Austrocknen der Felder  und Wiesen  bewahrt. Auch Wildenten waren dankbar für eine Badegelegenheit.

Wasser so wurde wohl allen  klar ist ein faszinierend es unentbehrliches und lebenspendendes Elixier dem unser aller Aufmerksamkeit Sensibilität und Schutz gebührt.

Zeit für Stockbrot. Lecker! Stockbrot Schatten Apfelsaftschorle ein schöner Ausklang eines gelungenen Tages.

Eva-Maria Krumm Gemeinderätin der Grünen in Waldbüttelbrunn hat am 04.08.2015 ihr Mandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt und beim ersten Bürgermeister Klaus Schmidt um Entlassung aus dem Gemeinderat ersucht. Ausschlaggebend waren hierfür in erster Linie gesundheitliche Gründe. Nach einer schweren Erkrankung im Sommer 2014 und auch angesichts möglicher längere Reha- Maßnahmen sah sich Eva-Maria Krumm nicht mehr in der Lage ihre Verpflichtungen im Gemeinderat mit der nötigen Intensität erfüllen zu können. Wir bedauern diesen Schritt akzeptieren ihn jedoch und möchten uns bei Eva-Maria Krumm für die geleistete Arbeit herzlich bedanken. Wir hoffen dass sie uns nach Überwindung ihrer gesundheitlichen Probleme auch weiterhin im Ortsverband bei unserer Arbeit unterstützt und wünschen ihr alles Gute!

Nachfolger von Eva-Maria Krumm wird der Ortsvorsitzende der Grünen Waldbüttelbrunn Sebastian Hansen der bei der Kommunalwahl 2014 listenintern die viertmeisten Stimmen erhalten hatte. „Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und möchte in den nächsten Jahren dazu beitragen grüne Politik in Waldbüttelbrunn zu verwirklichen und den Ort mitgestalten. Meine Hauptthemen werden dabei die Verkehrs- und Jugendpolitik aber auch der Umwelt- und speziell der Gewässerschutz sowie die Förderung von regenerativen Technologien sein. Zudem liegt mir der Dialog mit den Bürger*innen am Herzen.“ so Sebastian Hansen. Ergänzend fügt er hinzu: „Mein erstes Ziel ist die möglichst schnelle und gründliche Verhinderung der in Roßbrunn geplanten Fischzuchtanlage damit die Menschen in Roßbrunn endlich von dieser Last befreit werden und der Aalbach und die restliche Natur in Roßbrunn durch die Anlage nicht geschädigt werden.“

Pressemitteilung: Aussagen des Bauamtsleiters nicht akzeptabel

In dem Zeitungsartikel der Main-Post vom 28.07.2015 „Wasser auf die Mühlen der Fischzuchtgegner“ wird von einem Telefongespräch berichtet das der Bauamtsleiter der Gemeinde Waldbüttelbrunn Georg Ries mit dem ISU-Umweltinstitut geführt hat. Dieses nimmt für die BI "Rettet das Aalbachtal" Messungen an der Quelle in Roßbrunn vor. Herr Ries gab gegenüber der Main-Post als Grund für den von ihm getätigten Anruf an „er habe lediglich wissen wollen ob das ISU selbst misst“. Dies begründete er damit dass sich die Gemeinde dann ihre eigenen Messungen die auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hin beschlossen wurden sparen könne.

Wir finden diesen Vorgang äußerst bedenklich. Herr Ries hat wohl nicht verstanden dass ein Beschluss des Gemeinderates in jedem Fall umgesetzt werden muss und nicht nach Gutdünken von Verwaltungsmitarbeiter*innen geändert oder ausgesetzt werden kann. Es drängt sich für uns die Frage auf ob Herr Ries die Absicht hat die Umsetzung des Beschlusses des Gemeinderates aktiv zu behindern; dieses Empfinden rührt auch daher dass Herr Ries sich schon in der Gemeinderatssitzung vom 26.01.15 gegenüber dem Antrag der Grünen-Fraktion auf Messung des Wasserdargebots ablehnend verhalten hat und sich stattdessen stark für die Fischzuchtanlage eingesetzt hat. Eine derartige Behinderung wäre absolut inakzeptabel und müsste sofort gestoppt werden. Wir fordern deswegen den Bürgermeister und die Verwaltung auf den Beschluss des Gemeinderates auch weiterhin vollständig umzusetzen!

Von Eva-Maria Krumm Gemeinderatsmitglied aus Waldbuttelbrunn
Seit Ende letzen Jahres leben mehrere Flüchtlingsfamilien im ehemaligen Gasthaus „Rose“. Sie sind dort sehr gut untergebracht Gertrud und Martin Mack kümmern sich wunderbar um „ihre Schützlinge“. Wenn man fremd in einem Land ist ist es am wichtigsten erst einmal die Sprache zu erlernen. Auch wenn bei manchen Familien schon abzusehen war dass ihrem Asylantrag nicht stattgegeben wird da sie aus sog. „sicheren Herkunftsländern“ kommen war es doch wichtig für sie die Sprache soweit zu erlernen dass Einkaufen
und sonstige alltägliche Dinge ohne große Herausforderungen zu meistern sind. Seit Januar 2015 gebe ich Deutschunterricht für die in der „Rose“ lebenden Kinder. Mit spielerischen Mitteln erlernten sie recht schnell die Sprache. Jede Woche trafen wir uns in der Küche ihrer Unterkunft und übten sprachen und lachten viel. Manchmal gingen wir zusammen auf den Spielplatz Deutsch lässt sich schließlich überall üben. Mit der Zeit haben sich aber nicht nur die Kinder in der Küche eingefunden sondern auch Eltern und andere Familien kamen hinzu. Die Qualität des „Unterrichts“ steigerte sich. Nachdem meine eigenen Materialen nicht mehr genügten konnte ich mit einer Rundmail mit der Bitte um Spenden für den Unterricht eine Flip-Chart Vokabelhefte etc. für die Kinder zusammenbekommen. Deutsch-Übungsbücher mit denen auch in der Volkshochschule gearbeitet wird Wort-Bilderbücher und Wörterbücher bekam ich von MdL Thomas Mütze Bündnis 90/Die Grünen Unterfranken. Auch unser Bürgermeister Klaus Schmidt spendierte Übungsbücher sodass das Arbeiten nun um einiges erleichtert wurde. Hierfür vielen herzlichen Dank! Mit der Zeit wuchsen mir die Kinder sehr ans Herz mittlerweile sind sie alle nicht mehr da sie wurden in ihre Heimat Kosovo Europas Armenhaus zurück geschickt aus dem sie vor der Armut und mit Hoffnung auf Besserung geflüchtet waren. Flüchtlinge aus dem Kosovo werden als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnet. Die Bezeichnung „Armutsflüchtlinge“ träfe es besser. Wer würde nicht mit seinen Kindern fliehen wenn Hunger Armut Arbeits- und Perspektivlosigkeit ein erträgliches Leben unmöglich machen? Es ist traurig zu wissen dass diese Kinder nun in ein Land zurückgehen in dem kaum Hoffnung auf ein gutes Leben besteht ein Land in dem es wenige Chancen auf gute Schul- und Ausbildung gibt. So war es Ramizes Traum hier in Deutschland Polizistin zu werden. Dieser Traum bleibt unerfüllt. Bajram hat mit meinem Sohn zusammen Fussball gespielt. Jaldize hat sich in der Schule gut integriert Valenz und Jenny sind im Kindergarten gut zurechtgekommen. Der Deutsch-Unterricht in der Küche aber geht weiter. Bei schwarzem Tee mit frischem Thymian und Minze.

Am Montag den 01.06.15 hat der Gemeinderat Waldbüttelbrunn den Antrag der Grünen Fraktion dem Betreiber der in Roßbrunn geplanten Fischzuchtanlage den Zugang zum Wasser aus dem gemeindeeigenen Notbrunnen zu verweigern mit den Stimmen des Bürgermeisters der CSU und jeweils eines Gemeinderates der FWG und der SPD auf einen unbestimmten Zeitpunkt vertagt.

Von den Befürwortern wurde vorgebracht man müsse erst noch weitere Informationen zum Thema einholen z.B. vom Landratsamt und anderen zuständigen Fachbehörden wie dem Amt für Zivilschutz oder der  Bundeswehrverwaltung. Zudem wurde die Meinung geäußert die Nutzung durch die Fischzucht würde den Brunnen nicht beeinträchtigen und man könne das im Katastrophenfall für die Versorgung der Bevölkerung gedachte Wasser einem profitorientierten Unternehmen bedenkenlos zur Verfügung stellen.

Wie das Innenministerium der Grünen Landtagsfraktion aber kürzlich bestätigt hat sind die Gemeinden Waldbüttelbrunn und Uettingen als Behörden in Sachen des Notbrunnens in Roßbrunn unmittelbar zuständig. Beide agieren hierbei autark. Die Vermutung liegt nahe dass das Verhalten der CSU und des Bürgermeisters eine Hinhaltetaktik darstellt um den Antrag der Grünen- Fraktion der bei einer Zustimmung sehr wahrscheinlich das Ende der Fischzucht-Pläne zur Folge hätte zu verschleppen. Das wäre dann ein Versuch die Fischzucht zu ermöglichen und stände den Interessen der Bürger*innen diametral gegenüber.

Zudem halten die Grünen Waldbüttelbrunn die in der Sitzung getätigten Aussagen von Mitgliedern der CSU-Fraktion und des Bürgermeisters im Zusammenhang mit der Ressource Wasser und dem der Gemeinde anvertrauten Notbrunnen für absolut unverantwortlich. Gerade in Zeiten des Klimawandels muss unser Lebenselixier mit allen Mitteln geschützt werden.

Nachdem es im Zusammenhang mit der in Roßbrunn von der Firma Müller geplanten Fischzuchtanlage immer wieder Unklarheiten bei den rechtlichen Voraussetzungen zum Bau der Anlage gegeben hatte hat der Ortsverband der GRÜNEN in Waldbüttelbrunn in Zusammenarbeit mit den grünen Landtagsabgeordneten Kerstin Celina und Dr. Christian Magerl eine weitere Anfrage an die bayerische Staatsregierung gestellt um diese Unklarheiten zu beseitigen. Die Antwort auf diese Anfrage liegt nun vor. Im Wesentlichen enthält die Antwort folgende Aussagen:

  1. Der Leiter des Bauamtes der Gemeinde Waldbüttelbrunn hatte immer wieder behauptet dass die Firma „einfach einen Brunnen bohren“ könne sollte das Wasser aus der natürlichen Quelle zum Betrieb der Anlage nicht ausreichen. Das Staatsministerium stellt nun fest dass die Erlaubnis zum Bau eines Brunnens im gegenwärtig vorliegenden Vorbescheid nicht enthalten ist. Ebenfalls berechtigt der Vorbescheid nicht dazu Wasser mit Pumpen aus der bestehenden Quellanlage zu fördern ebenso wenig wie zum Entnehmen von Wasser aus dem Floßgraben. Die Privilegierung der Anlage steht und fällt mit der Möglichkeit Quellwasser einer natürlichen Quelle zu verwenden. Damit ist ein Bau eines eigenen Brunnens praktisch ausgeschlossen.
  2. Es müssen – anders als immer wieder von verschiedenen Akteuren behauptet – definitiv ständig mindestens 50 Liter Wasser pro Sekunde zum Betrieb der Anlage zur Verfügung stehen und nicht 25 oder 35 Liter.
  3. Sollte die Anlage „nicht ihren gesamten Wasserbedarf aus einem dort vorhandenen natürlichen Quellwasser decken [können] und einen Teil des benötigten Wassers auf andere Weise zuführen müssen wäre die Standortabhängigkeit im oben dargestellten Sinne neu zu prüfen und könnte möglicherweise wenn die anderweitige Wasserzufuhr in ihrem Umfang nicht nur unerheblich wäre anders zu beurteilen sein.“ Das heißt dass die Privilegierung – und damit die komplette Anlage – in Frage steht wenn die Schüttung der natürlichen Quelle nicht dauerhaft 50 Liter Wasser pro Sekunde erreicht und die Firma Müller deswegen anderweitig Wasser zuführen müsste.
  4. Die bestehende Quellenanlage ist ein Notwasserbrunnen für den Katastrophen- und Kriegsfall. Die Gemeinden Waldbüttelbrunn und Uettingen sind zur Erhaltung der Anlage durch einen Bescheid des Landratsamtes Würzburg aus dem Jahr 1998 verpflichtet. Es ist grundsätzlich nicht von vorneherein verboten das Wasser aus der Anlage Dritten (wie der Firma Müller) zur Verfügung zu stellen; dies kann und muss jedoch durch die Gemeinden verweigert werden wenn „sie [Waldbüttelbrunn und Uettingen] ansonsten ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können die ‚Quellanlage … für Zwecke der Trinkwassernotversorgung umzubauen und zu erhalten‘“.

Daraus ergeben sich für uns GRÜNE einige Konsequenzen. Zum einen war es völlig richtig und notwendig eine Messung der Quellschüttung zu beantragen um so festzustellen ob die Schüttung dauerhaft 50 Liter pro Sekunde erreicht. Es ist außerdem jetzt völlig klar dass sämtliche Argumente dass die Firma Müller einen Brunnen bauen könne lediglich Nebelkerzen waren um den Gegner*innen der Fischzuchtanlage die Arbeit zu erschweren denn es ist auch schon vor der Klarstellung durch das Staatsministerium offensichtlich gewesen dass die Firma Müller zum Bau eines Brunnens bzw. dem Betrieb der Anlage durch einen solchen nicht berechtigt ist. Wir werden uns deswegen vehement dafür einsetzen dass der Gemeinderat der Firma Müller das Einvernehmen zum Bauantrag verweigert falls die Messungen ergeben dass nicht dauerhaft 50 Liter Wasser pro Sekunde erreicht werden.
Zum anderen hat sich aus der Anfrage eine weitere Möglichkeit ergeben den Bau der Anlage zu verhindern. Die Firma Müller will das für den Betrieb benötigte Wasser ja aus der bestehenden Notbrunnenanlage entnehmen. Dies ist für uns völlig inakzeptabel. Der Notbrunnen ist zur Versorgung der Bevölkerung im Katastrophen- und Kriegsfall gedacht. Diese Daseinsvorsorge ist durch eine kommerzielle auf Profitmaximierung ausgelegte Nutzung durch ein privates Unternehmen in höchstem Maße gefährdet. Wir befürchten eine Verkeimung oder Verunreinigung des Wassers durch den Umstand dass der Brunnen durch die kommerzielle Nutzung umgebaut und wird und anschließend kaum mehr so verschlossen wie zur Zeit sein kann. Außerdem kann durch den Betrieb und den Umbau der sofortige Zugriff auf das Wasser erschwert oder gar unmöglich gemacht werden.
Unsere Fraktion hat deswegen im Gemeinderat den Antrag gestellt dass die Gemeinde Waldbüttelbrunn der Firma Müller die Nutzung der Notbrunnenanlage für den Betrieb der Fischzuchtanlage verweigern möge.
Die geplante Fischzuchtanlage ist eine große Gefahr für die Aalbachtalaue die Daseinsvorsorge der Bevölkerung und den Aalbach selbst. Durch unseren Antrag besteht eine realistische Chance zur Verhinderung des Baus der Anlage. Wir fordern deswegen den Bürgermeister und alle anderen Fraktionen im Gemeinderat – insbesondere die CSU-Fraktion – auf mit uns an einem Strang zu ziehen um dieses Unheil abzuwenden."

Am 22.4.15 wurde bei der Mitgliedervollversammlung der Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen Waldbüttelbrunn turnusgemäß neu gewählt. Zu besetzen waren beide Positionen in der quotierten Doppelspitze sowie die Stellvertreter*innen-Position. Sebastian Hansen wurde hierbei als Vorsitzender bestätigt ebenso wie Karl-Heinz Ursprung als Stellvertreter. Nachdem Andrea Liebig ihr Amt als Vorsitzende aufgrund ihrer Tätigkeit im Bezirksvorstand der Grünen zur Verfügung gestellt hatte wurde Eva-Maria Krumm neu als Vorsitzende gewählt. Im Namen des Ortsverbandes möchten wir an dieser Stelle Andrea Liebig für ihre Arbeit herzlichst danken. Mit ihr verlieren wir ein engagiertes und stets zuverlässiges Vorstandsmitglied. Wir hoffen dass Andrea uns auch weiterhin im Ortsverein erhalten bleibt. Mit dem neuen Vorstand wollen wir weiterhin eine offene kreative und konstruktive grüne Ortspolitik betreiben in der die Bürger*innen und die Umwelt im Mittelpunkt stehen.

Weiterhin wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung über die Themenschwerpunkte des nächsten Jahres beraten. Die Runde war sich einig im Fall der in Roßbrunn geplanten Fischzuchtanlage wie gehabt für eine komplette und endgültige Verhinderung des Projekts zu kämpfen. Zudem wollen wir noch stärker als bisher auf Konzepte zur Bürgerbeteiligung setzen um Konflikte frühzeitig zu erkennen und anschließend eine für alle Bürger*innen akzeptable Lösung finden zu können. Dies ist insbesondere im Angesicht der in der Gemeinde anstehenden Aufgaben wie Rathaus-Neugestaltung dem Neubau des Bauhofs oder auch des Umbaus von Teilen der Ballsporthalle notwendig und wichtig. Zu diesem Zweck werden wir auch weiterhin monatliche Stammtische anbieten um mit den Bürger*innen ins Gespräch zu kommen. 

In Roßbrunn wird derzeit ein Fischzuchtbetrieb zur Zucht und Weiterverarbeitung von 250 Tonnen Salmoniden pro Jahr in Betonhochbecken geplant; ein positiver Vorbescheid des Landratsamtes Würzburg liegt bereits vor. Die Anlage ist nach Auffassung der GRÜNEN Kreisvorsitzenden Kerstin Celina und Gerhard Müller so dimensioniert und geplant dass sie Schäden für den Aalbach z.B. den dortigen Edelkrebsbestand befürchten.

Die für die Produktion von 250 Tonnen Fisch pro Jahr nötigen 25 Liter Wasser pro Sekunde sollen aus dem Brunnenschacht der Roßbrunner Quelle sowie dem Wasserlauf „Floßgraben“ entnommen und nach Gebrauch in den Aalbach abgeleitet werden. Der Brunnenschacht speiste früher die Trinkwasserversorgung der Gemeinden Roßbrunn Mädelhofen und Uettingen und dient auch heute noch als Notbrunnen. Nach den Auflagen im Vorbescheid muss mindestens so viel Wasser im Floßgraben verbleiben wie für die Fischzucht entnommen wird. Messungen der Bürgerinitiative „Rettet das Aalbachtal“ legen aber nahe dass die Quelle diese Menge an Wasser nämlich 50 l/s nicht liefern kann. Kerstin Celina und Gerhard Müller unterstützen deswegen den Antrag der Grünen-Fraktion im Waldbüttelbrunner Gemeinderat die von der Quelle gelieferte Wassermenge noch einmal zu überprüfen um hier Klarheit zu schaffen und nicht durch den Bau der Anlage eventuell Fakten zu schaffen die unumkehrbare Schäden für den Notbrunnen beinhalten könnten.

Problematisch ist für die GRÜNEN im Landkreis Würzburg auch dass die Grundstücke auf denen die Anlage errichtet werden soll im Überschwemmungsgebiet des Aalbaches liegen und beim Bau der „industrieähnlichen Anlage“ nicht mehr für eine Aufnahme von Hochwasser zur Verfügung stünden. „Natur muss dort geschützt werden wo wir sie noch haben“ so Kerstin Celina und verweist auf die nach wie vor hohe Versiegelung von Flächen in Bayern die „wir in Bayern seit Jahren einfach nicht stoppen können und die für den Erhalt von Biodiversität für den Hochwasserschutz und für die Landwirtschaft dringend notwendig sind.“

Zwar hat das Landratsamt die Anlage überprüft und für unbedenklich befunden aber manchmal so Kreisvorsitzender Gerhard Müller „sollte man nicht alles machen was erlaubt ist. Wenn ein Restrisiko besteht wäre es besser die Gemeinde und der Betreiber der geplanten Anlage würden sich noch einmal zusammensetzen um eine kleinere und umweltverträgliche Lösung zu suchen die dann auch von den Roßbrunner Bürgern akzeptiert wird“.

Merh Infos: www.bi-aalbachtal.de

Betrifft: Gemeinderatssitzung am 20.10.14 TOP 5 Anträge zur Fischzuchtanlage

Nach wie vor ist es ein wichtiges Ziel von Bündnis 90/Die Grünen Waldbüttelbrunn die in Roßbrunn geplante Fischzuchtanlage zu verhindern. Zu diesem Zweck stellten wir verschiedene Anträge an den Gemeinderat die in der Sitzung am 20.10.2014 behandelt wurden. Hierzu weisen Bündnis 90/Die Grünen Waldbüttelbrunn auf folgendes hin:

Wir wollten mit einem Antrag auf umfassende Information des Gemeinderates und Akteneinsicht bzgl. dieses Projektes absolute Transparenz für den Gemeinderat selbst sowie für die Roßbrunner Bürgerinnen und Bürger erreichen.

Leider haben wir dieses Ziel nur teilweise erreicht; eine mündliche Information in einer Gemeinderatssitzung bei der vor allem auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger aus Roßbrunn hätten zuhören können wurde uns von der Mehrheit des Gemeinderates verweigert.

Wir begrüßen dass durch die schriftliche Information und durch das Akteneinsichtsrecht mehr Licht in die Vorgänge rund um die Genehmigung der Fischzucht kommt. Wir bedauern aber dass Teile des Gemeinderates und der erste Bürgermeister sich einer vollständigen Offenheit zu Gunsten der betroffenen Bürgerinnen und Bürger verweigert haben.

Ein weiterer Antrag hatte das Ziel die Entscheidung für die Genehmigung eines für die Fischzucht unverzichtbaren Rohres auf den Gemeinderat zu übertragen. Mit diesem Rohr soll das Abflusswasser aus den Fischbecken in den Aalbach abgeleitet werden. Es muss dabei einen Weg unterqueren der der Gemeinde gehört. Leider wurde unser Antrag abgelehnt.

Das bedeutet dass nun allein der erste Bürgermeister Klaus Schmidt darüber entscheidet ob das Rohr den gemeindlichen Weg durchqueren darf. Nach Ansicht der Rechtsaufsichtsbehörde könnte dem Betreiber der Fischzuchtanlage die Genehmigung für diese für den Betrieb nötige Leitung möglicherweise verweigert werden. Wir erwarten vom ersten Bürgermeister Schmidt dass er seine Entscheidung so gut wie irgend möglich zum Wohle der betroffenen Roßbrunner Bürgerinnen und Bürger ausrichtet und die Beweggründe für seine Entscheidung transparent macht. Zudem unterstützen wir den Vorschlag von Gemeinderat Fabian Liegmann (SPD) ein unabhängiges Rechtsgutachten einzuholen.

Abschließend bleibt festzustellen dass die Waldbüttelbrunner Ortspolitik sich nicht auf den Standpunkt zurückziehen darf die Fischzucht gehe sie nichts mehr an da mit der Erteilung des Einvernehmens durch den Gemeinderat ja eh alles entschieden sei. Auch Roßbrunn gehört zu unserer Gemeinde und die Politik muss die Interessen der Menschen dort unbedingt wahrnehmen.

Bündnis 90/Die Grünen Waldbüttelbrunn jedenfalls werden auch in Zukunft mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen die Fischzucht zu verhindern

Für die Fraktion:
Karl-Heinz Ursprung

Für den Vorstand:
Andrea Liebig und Sebastian Hansen

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Sebastian Hansen
Tel. Nummer 0931/40150 oder mobil 0176/81531581 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Waldbüttelbrunn. Am 26.5. fand die zweite Sitzung des neu gewählten Gemeinderats statt. Die grüne Fraktion hatte u.a. einen Antrag bezüglich der Geschäftsordnung gestellt dass zu Beginn jeder Gemeinderatssitzung die Bürger eine halbe Stunde Zeit haben sollten um öffentlich Fragen stellen und mit den Gemeinderäten sprechen zu können. Dies ist zum Beispiel in Zellingen gängige Praxis. Unserer Ansicht nach ist das ein Beispiel für gelebte Demokratie und die Beteiligung von Bürgern. Man hätte hier ein Zeichen gegen Politikverdrossenheit und für eine lebendige sich einmischende Bürgerschaft setzen können. Die Mehrheit des Gemeinderates insbesondere die CSU wollte das aber nicht so und somit wurde unser Antrag abgelehnt.

Wir halten dieses Signal für absolut fatal. Den Bürgern wird platt ausgedrückt signalisiert: Wählt alle sechs Jahre und haltet ansonsten den Mund. Das ist nicht das Demokratieverständnis der Grünen! Wir wollen interessierte Bürger die sich einmischen und die Gemeindepolitik mit ihren Ideen bereichern. Mit der CSU ist so etwas aber wohl nicht möglich jedenfalls nicht im Gemeinderat. Außerhalb davon bieten wir jedoch unsere offenen Stammtische an: Jeder kann kommen und mitmachen! So geht Demokratie und es ist schade dass man dafür aus den Gremien raus gehen muss.

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